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Videosprechstunden – Geänderte EBM-Ziffern zur Abrechnung

Mit der neuen Fassung der GOP 01439 sowie des Technikzuschlags 01450 setzt der Ausschuss Forderungen aus dem Pflegepersonalstärkungsgesetzes um.

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Der KBV-Bewertungsausschuss hat die EBM-Ziffern zur Abrechnung einer Videosprechstunde mit Wirkung seit dem 01. April 2019 geändert. Mit der neuen Fassung der GOP 01439 sowie des Technikzuschlags 01450 setzt der Ausschuss Forderungen aus dem Pflegepersonalstärkungsgesetzes um. Damit ist die Videosprechstunde ab sofort frei von jeglicher Indikationsvorgabe; Fallkonferenzen können nun auch als Videokonferenzen stattfinden und werden entsprechend honoriert, so die KBV nach der jüngsten Ausschusssitzung am 29. März 2019.

Die Änderungen sehen u. a. vor, dass am Behandlungstag neben der Videosprechstunde nicht auch noch ein Telefonkontakt nach GOP 01438 abgerechnet und im Behandlungsfall nicht neben der – gleichfalls mit 88 Punkten dotierten – telefonischen Beratung gemäß Bereitschaftspauschale 01435 angesetzt werden kann. Jedoch erhalten den mit 40 Punkten dotierten „Zuschlag Videosprechstunde“ (GOP 01450) zur Versicherten-, bzw. fachärztlichen Grundpauschale nun auch Ärzte, die Grundpauschalen nach den EBM-Kapiteln 14 (Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie), 22 (Psychosomatische Medizin und Psychotherapie) sowie 23 (Psychotherapie) beziehen.

Die Anpassung der EBM-Ziffern zur Videosprechstunde an die berufsrechtlich in etlichen Kammerbezirken bereits umgesetzte allgemeine Liberalisierung der Fernbehandlung ist jedoch noch nicht erfolgt. So gilt weiterhin, dass die Leistungsziffer 01439 nur dann abgerechnet werden darf, „wenn in einem der beiden Quartale, die der Berechnung unmittelbar vorausgehen, ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt in derselben Arztpraxis stattgefunden hat“. Der Bewertungsausschuss wird nach eigenen Angaben die nötigen EBM-Anpassungen an die berufsrechtliche Freigabe der Fernbehandlung ohne persönlichen Erstkontakt bis 30. September dieses Jahres umsetzen. Bis dahin sollen KBV und GKV-Spitzenverband „die hierfür erforderlichen Rahmenbedingungen insbesondere für die Authentifizierung eines dem Arzt bislang unbekannten Patienten im Bundesmantelvertrag definieren“.

Der Beschlusstext im Original per Internet:
https://www.kbv.de/media/sp/EBM_2019_04_01_BA_435_BeeG_Videosprechstunde.pdf

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