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Telematik-Infrastruktur: Neue Erstattungsregeln für Praxisanschlüsse

Neben dem Kartenterminal am Empfang sind demnächst weitere Geräte für die Behandlungszimmer erforderlich.

© Jürgen Fälchle – Fotolia.de

Ab 2020 ändert sich die Finanzierung des Praxisanschlusses an die Telematik-Infrastruktur (TI). Dies betrifft neue Praxen, die sich noch anschließen müssen, und solche mit bestehendem TI-Anschluss gleichermaßen. Auch sie benötigen für neue Anwendungen zusätzliche Kartenterminals und Updates für ihre Technik, teilte die KBV mit. Die Änderungen in der Finanzierung seien vor allem vor dem Hintergrund relevant, dass Praxen demnächst weitere Geräte benötigen, um sich für den elektronischen Medikationsplan (eMP) und das Notfalldatenmanagement (NFDM) zu rüsten.

Die Erstausstattungspauschale, mit der die Kosten für einen Konnektor und ein Kartenterminal zum TI-Anschluss gedeckt werden, beträgt ab 1. Januar 1.549 Euro (aktuell: 1.982 Euro). Darauf haben sich KBV und GKV-Spitzenverband verständigt, indem sie eine Änderung der TI-Finanzierungsvereinbarung beschlossen. Entscheidend für die Höhe der Pauschale ist wie bisher der Installationstermin und nicht das Datum der Bestellung. Die neuen Pauschalen sind ab dem ersten Quartal 2020 gültig. Treten anschließend signifikante Marktveränderungen ein, können KBV und GKV-Spitzenverband die Verhandlungen wieder aufnehmen.

Die neue Erstausstattungspauschale setzt sich zusammen aus 1.014 Euro für den Konnektor und 535 Euro für das Kartenterminal. Größere Praxen erhalten je nach Anzahl der tätigen Ärzte und Psychotherapeuten für weitere Kartenterminals zusätzlich 535 Euro pro Gerät. Der Komplexitätszuschlag fällt dagegen ab dem 1. Januar 2020 weg. Finanziert werden – so wie bisher – einmalig 900 Euro als TI-Starterpauschale sowie eine Erstattung der laufenden Betriebskosten für Konnektor und VPN-Zugangsdienst. Pauschalen gibt es zudem für den Praxisausweis (SMC-B) und den elektronischen Heilberufe-Ausweis. Praxen mit Anspruch auf ein mobiles Kartenterminal erhalten weiterhin 350 Euro pro Gerät sowie die Betriebskostenpauschale für einen zusätzlichen Praxisausweis.

Neben dem Kartenterminal am Empfang für das Management der Versichertenstammdaten sind demnächst weitere Geräte für die Behandlungszimmer erforderlich. Für die Anschaffung dieser ergänzenden Terminals erhalten Ärzte bereits ab Oktober dieses Jahres 535 Euro pro Gerät. Anspruch auf die Erstattung haben Ärzte, die ihre Praxis-IT auf den eMP und/oder das NFDM umstellen. Hierfür sind jedoch Updates von Konnektor und PVS erforderlich, die aktuell noch nicht zur Verfügung stehen. Die Industrie plant nach eigenen Angaben, noch in diesem vierten Quartal ein Konnektor-Update zur Verfügung zu stellen. Die Updates für die bestehende Technik werden mit 530 Euro finanziert, zudem gibt es einen Zuschlag zur Betriebskostenpauschale in Höhe von 4,50 Euro je Quartal. Darüber hinaus gibt es für den Aufwand bei der Einführung von eMP und NFDM die neue Zusatzpauschale von 60 Euro je Gerät und je angefangene 625 Betriebsstättenfälle. Der Zuschlag ist zeitlich befristet: Er wird vom 1. Oktober 2019 bis zum 30. September 2020 gezahlt.

Eine detaillierte Übersicht der Finanzierungsbedingungen finden Sie hier: https://www.kbv.de/media/sp/Uebersicht_TI_Finanzierung.pdf

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