Praxisalltag

PZN auf Rezept drucken noch fehleranfällig

Apotheken berichten über Fehler beim neu vorgeschriebenen Procedere im Umgang mit Rezepten und PZN.

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Vertragsärzte müssen seit dem 1. April die Pharmazentralnummer (PZN) zusätzlich auf das Rezept drucken (vgl. Perspectiv März 2018). Doch hat in einigen Fällen die Verordnungssoftware von Arztpraxen das neu vorgeschriebene Procedere offenbar noch nicht ganz umgesetzt. Apotheken berichten nämlich über Fehler, indem die PZN mit dem verordneten Arzneimittel bzw. mit der Bezeichnung des Medikaments oder mit der Packungsgröße nicht übereinstimmt. Der Arzt selbst ist dann zwar nicht der Schuldige, sondern seine Computersoftware, denn es ist für den Verordnenden schlichtweg unmöglich, jedes einzelne Rezept vor Übergabe an den Patienten auf die Richtigkeit der PZN zu checken.

Dennoch ist der Arzt gefordert, wenn in der Apotheke der Fehler erkannt wird. Denn die Landesapothekerverbände weisen darauf hin, dass es sich bei der Nichtübereinstimmung um eine unklare Verordnung handelt. Nach § 17 (5) der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) müsse die Apotheke in solchen Fällen Rücksprache mit dem Arzt halten. Ist der Sachverhalt geklärt, kann die falsche PZN vom Apotheker korrigiert werden, natürlich mit Handzeichen und Datum versehen. Dieser Schritt falle unter §3 des Rahmenvertrags und sei somit heilbar. Wie einzelne Kassen damit umgehen, ist nach Darstellung der Apotheker (laut DAZ.online vom 10.04.2018) noch offen. Das Ungemach und der Aufwand kann aber für Arzt und Apotheker bei hochpreisigen Arzneimitteln mit PZN-Differenzen größer werden. In solche Fällen sollte, so zum Beispiel der Landesapothekerverband Baden-Württemberg, „beim Arzt ganz genau nachgehakt und vielleicht sogar dort auf Korrektur gedrängt werden“.

Ebenfalls ist eine Verordnung unklar, wenn sich auf dem Rezept nur eine PZN befindet und die Arzneimittelbezeichnung im Wortlaut fehlt. Auch dann muss der Arzt bzw. seine Praxis mit einem Anruf der Apotheke rechnen. Anders sieht es hingegen aus, wenn ein Arzt korrekt verordnet, aber es versäumt, die PZN auf das Rezept zu drucken. Dann dürfen die Apotheker die PZN nachtragen und das Rezept ohne Retax-Risiko beliefern.

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