Praxisalltag

Hornhautvernetzung bald GKV-Leistung für Keratokonus-Patienten

Demnach darf die Hornhautvernetzung bei Patienten mit Keratokonus und subjektiver Sehverschlechterung angewendet werden.

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Für Patienten mit der Augenerkrankung Keratokonus steht künftig die Hornhautvernetzung als neue Behandlungsoption zur Verfügung. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen, das Therapieverfahren in den GKV-Leistungskatalog aufzunehmen. Demnach darf die Hornhautvernetzung bei Patienten mit Keratokonus und subjektiver Sehverschlechterung angewendet werden, sobald ein Fortschreiten der Erkrankung diagnostiziert wurde. Bei der Behandlung wird die Hornhaut zunächst mit Riboflavin (Vitamin B2) beträufelt. Anschließend soll durch Ultraviolett-Strahlung eine Stabilisierung der Hornhautfibrillen erreicht werden, um das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten.

Eine Progredienz liegt vor, wenn innerhalb von zwölf Monaten entweder die maximale Hornhautbrechkraft um ≥ 1 Dioptrie oder der (durch subjektive Refraktion bestimmte) Astigmatismus um ≥ 1 Dioptrie zugenommen hat, oder eine Abnahme der Basiskurve der bestsitzenden Kontaktlinse um ≥ 0,1 Millimeter festgestellt wurde.

  • Vorgaben zur Indikationsstellung: Es ist vorgesehen, dass Augenärzte für die Indikationsstellung zwei Messungen der Hornhautbrechkraft vornehmen, entweder mit demselben Messgerät oder mit Messgeräten, deren Messungen vergleichbar sind. Vor dem Eingriff muss zudem eine Hornhauttomographie erfolgen, um sicherzustellen, dass die Hornhaut auch an der dünnsten Stelle mindestens 400 Mikrometer beträgt.
  • Vergütung: Das Bundesgesundheitsministerium muss den G-BA-Beschluss zunächst prüfen, bevor er in Kraft treten kann. Danach hat der Bewertungsausschuss sechs Monate Zeit, um über die Vergütung der diagnostischen und therapeutischen Leistungen zu verhandeln. Erst dann haben Kassenpatienten Anspruch auf diese neue Leistung.

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