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Hausärzte: Wiederholungsrezepte nicht gut für die AMTS

Die Wiederholungsrezepte sind Teil des geplanten „Gesetzes zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken“.

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Der Deutsche Hausärzteverband hat sich gegen die Einführung mehrfach belieferbarer Wiederholungsrezepte ausgesprochen. Für die medikamentöse Therapiesicherheit sei die engmaschige Betreuung der Patienten wichtig, betonten die rund 120 Delegierten des 40. Deutschen Hausärztetags (26./27. September 2019 in Berlin) in ihrem Beschluss. Mit insgesamt rund 30.000 Mitgliedern ist der Deutsche Hausärzteverband e.V. die größte Berufsorganisation niedergelassener Ärzte in Deutschland und Europa.

Die Wiederholungsrezepte sind Teil des geplanten „Gesetzes zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken“ (siehe hierz auch: Ärzte kritisieren einige Punkte zum Apotheken-Stärkungsgesetz). Danach sollen Ärzte bei chronischen kranken Patienten Dauerverordnungen ausstellen können, die maximal bis zu viermal und höchstens ein Jahr lang gelten. Die Entscheidung soll zwar bei den Ärzten liegen, doch gaben Delegierte zu bedenken, dass vor allem in Städten von Patienten ein gewisser Druck kommen könnte, und zwar dann, wenn Praxen trotz Patientenwunsches keine Dauerrezepte ausstellen möchten. Dann würden diese Patienten einfach den Arzt wechseln, was ein Manko für die Versorgungssicherheit darstellen könnte.

Auf der Fachtagung wurde zudem die Bedeutung der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) für die Koordinierung der Behandlungsabläufe betont. Ein freiwilliges Primärarztsystem mit Hausärztinnen und Hausärzten als erste Anlaufstelle für medizinische Fragen stellt einen entscheidenden Ansatz zur Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Versorgung von Patientinnen und Patienten dar, hieß es. „Unser wichtigstes Angebot zu einer koordinierten Behandlung und zur Förderung der hausärztlichen Versorgung ist und bleibt ein freiwilliges Primärarztsystem wie die HZV. Damit gewährleisten wir, dass Patientinnen und Patienten in unserem komplexen Gesundheitssystem nicht alleine gelassen werden und Behandlungen strukturiert ablaufen“, sagt der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt. „Während die Behandlungen im Kollektivsystem häufig leider noch immer unkoordiniert verlaufen, sind wir bereits deutlich weiter und können mit der HZV die Qualität der Versorgung sowie eine angemessene Vergütung sicherstellen“, ergänzte er.

Zurzeit nehmen mehr als 5,2 Millionen Versicherte und rund 17.000 Hausärzte am HZV-Vertragssystem teil. Mit der HZV verfügen Hausärztinnen und Hausärzte über ein Instrument, das es ihnen erlaubt, eigenständig Versorgungsverträge mit den Krankenkassen abzuschließen. Die weitere Verbreitung der HZV sei „eine zentrale Aufgabe zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung unserer Patienten und unserer Praxen“, machte Weigeldt deutlich. Überlegungen, die HZV aus der hausärztlichen Hoheit in das kollektivvertragliche System zu überführen, seien zurückzuweisen.

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