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Augenärztliche Fortbildungen: EVA-O/ATA

Die EVA-O/ATA soll den Facharzt für Augenheilkunde in Diagnostik und Therapie wichtiger ophthalmologischer Krankheitsbilder unterstützen.

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Augenärztliches Fachpersonal kann sich berufsbegleitend zur Augenärztlich-Technischen Assistenz (ATA) oder Entlastenden Versorgungsassistentin (EVA-O) fortbilden und damit speziell qualifizieren. Darauf weist Dr. Friedel Lienert (Wetter/Ruhr) hin. Er ist Vorstand der Ärztekammer Westfalen-Lippe (Münster) und Vorstandsvorsitzender der Augenärztlichen Genossenschaft Westfalen. Die Teilnahme an der Fortbildung setzt die Ausbildung mit erfolgreicher Prüfung zur MFA, MTA, Orthoptistin oder Krankenschwester und eine mindestens zweijährige Berufserfahrung in einer Augenarztpraxis oder Augenklinik voraus. Die erwähnten Berufe werden vorwiegend von Frauen ausgeübt, deshalb an dieser Stelle allein die weibliche Schreibweise, können aber auch auf männliches Personal zutreffen.

Die Fortbildung ist in Curricula festgelegt als eine berufsbegleitende Maßnahme, die fachtheoretischen und fachpraktischen Unterricht sowie strukturierte praktische Übungen enthält. Die praktischen Übungen umfassen die delegierbaren ärztlichen Leistungen in Untersuchungsgruppen. Diese sind in Einrichtungen der augenärztlichen Versorgung zu absolvieren und vom augenärztlichen Leiter zu bescheinigen.

Die EVA-O/ATA soll den Facharzt für Augenheilkunde in Diagnostik und Therapie wichtiger ophthalmologischer Krankheitsbilder unterstützen. Sie wirkt bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von diagnostischen Maßnahmen und Messungen einschließlich Plausibilitätsprüfung fach- und situationsgerecht mit. Sie führt in diesem Zusammenhang delegierbare ärztliche Leistungen, insbesondere durch die Anwendung medizinischer Apparate und Geräte, durch. Sie wendet dabei Grundlagenkenntnisse der Medizin und der Optik an. Zudem kommuniziert sie situationsgerecht mit Patienten und Angehörigen während des Aufenthalts in der Praxis oder Klinik und kooperiert im Praxisteam. Sie handelt bei ophthalmologischen Notfällen angemessen. Außerdem führt sie begleitende Dokumentations- und Verwaltungsaufgaben durch.

Einzelne Ärztekammern sowie die Bundesärztekammer halten Informationen und Curricula zur EVA-O resp. ATA bereit. Zum Beispiel hat die Ärztekammer Westfalen-Lippe bereits 2012 diese Spezialisierungsqualifikationen eingeführt. Die ÄKWL hat auf Initiative des Landesverbandes Westfalen des Berufsverbandes der Augenärzte Deutschlands e. V. in enger Abstimmung mit der KVWL (Dortmund) die Spezialisierungsqualifikation „Entlastende Versorgungsassistentin in der Ophthalmologie (EVA-O)“ eingeführt. Die ATA-Qualifikation ist hierfür ein in vollem Umfang anrechnungsfähiges Modul. Im Rahmen einer bundeseinheitlichen Regelung werden durch die BÄK die in den einzelnen Kammern genutzten Bezeichnungen durch „Nicht Ärztliche Praxisassistenz“ (NÄPA) ersetzt.

Hier das offizielle Curriculum:
https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/CurrAugen.pdf

sowie weitere Infos über:
www.aekwl.de

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