Praxisalltag

eRezept bleibt freiwillig

Auch sei die vollständige Abschaffung des Papierrezeptes derzeit nicht geplant.

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Ärzte werden künftig nicht dazu verpflichtet sein, Rezepte elektronisch auszustellen. Vielmehr sollen sie unter Berücksichtigung des individuellen Patientenwunsches die geeignete Rezeptform wählen. Das hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) laut Mitteilung vom 25.07.2019 gegenüber der KBV klargestellt. „Ärzte können das elektronische Rezept immer dann verwenden, wenn sie es für sinnvoll erachten oder der Patient es wünscht“, betonte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel. Er gehe davon aus, dass sich das elektronische Rezept früher oder später durchsetzen werde. „Dazu brauchen wir keine Verpflichtung oder Sanktionen“, betonte er.

Nach Auffassung Kriedels sollten die Prozesse so vereinfacht werden, dass das Ausstellen von eRezepten mit einer deutlichen Zeitersparnis für die Praxis einhergehe. Dazu gehöre auch eine anwenderfreundliche Umsetzung der elektronischen Signatur. Laut BMG sollen Ärzte mit der Einführung des eRezeptes künftig die Möglichkeit erhalten, ihren Patienten beispielsweise im Rahmen einer Videosprechstunde eine Arzneimittelverordnung ausschließlich in elektronischer Form zur Verfügung zu stellen. Auch bei Wiederholungsrezepten biete sich ein eRezept an.

Eine Verpflichtung der Ärzte zur Ausstellung eines eRezeptes oder ein diesbezüglicher Anspruch des Versicherten besteht derzeit nicht, stellte das BMG gegenüber der KBV klar. Auch sei die vollständige Abschaffung des Papierrezeptes derzeit nicht geplant. Denn es gebe „viele Anwendungsbereiche, wo Ärzte kein elektronisches Rezept ausstellen können, zum Beispiel bei Haus- oder Pflegeheimbesuchen“, erläuterte Thomas Kriedel. So könnten auch ältere Patienten, die nicht so technikaffin seien, ihr Rezept in Zukunft erhalten.

Auch das BMG rechnet ebenfalls damit, dass sich das eRezept aufgrund der zu erwartenden Prozessbeschleunigungen und Aufwandsentlastungen langfristig flächendeckend durchsetzen wird. Der Gesetzgeber hatte mit dem im Frühjahr 2019 verabschiedeten Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) – vgl. PERSPECTIV Juni 2019: GSAV soll für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung sorgen – das eRezept auf den Weg gebracht. Die Gematik muss dafür bis Ende Juni 2020 die technischen Standards definieren. Auf dieser Grundlage können dann Anwendungen für das eRezept zugelassen werden. Weitere Voraussetzungen sind unter anderem, dass nach den Ärzten auch die Apotheken an die Telematikinfrastruktur (TI) angeschlossen sind und es entsprechende eRezept-Server gibt.

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