Praxisalltag newsletter-praxisalltag

Diabetisches Fußsyndrom: Sauerstofftherapie nun im EBM

Bei der Sauerstofftherapie atmen die Betroffenen unter erhöhtem Luftdruck in einer Druckkammer reinen Sauerstoff ein.

Eigenes Archiv

Die Anforderungen der hyperbaren Sauerstofftherapie als weitere ambulante Behandlungsmöglichkeit für Patienten mit diabetischem Fußsyndrom wurden nun in einer neuen Qualitätssicherungsvereinbarung (QS) geregelt. Diese ist am 1. Oktober 2019 in Kraft getreten und ersetzt die Mindestvorgaben des entsprechenden EBM-Anhangs, teilte die KBV mit. Ärzte können die Leistung bereits seit rund einem Jahr ambulant zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung anbieten. Die fachlichen, apparativen, räumlichen und organisatorischen Anforderungen waren übergangsweise in einem Anhang zum EBM geregelt und wurden jetzt in der entsprechenden QS-Vereinbarung konkretisiert.

Zur Standardtherapie des diabetischen Fußsyndroms bei Diabetes-Patienten gehören die medikamentöse Behandlung, das Wund-Debridement, Verbände, die Druckentlastung und chirurgische Maßnahmen; die hyperbare Sauerstofftherapie darf als ergänzende Methode auch in der vertragsärztlichen Versorgung angewendet werden, hatte der GBA 2017 beschlossen. Bei der Sauerstofftherapie atmen die Betroffenen unter erhöhtem Luftdruck in einer Druckkammer reinen Sauerstoff ein. Dieser wird direkt in das Blut aufgenommen, so dass mehr Sauerstoff transportiert werden kann als mit normaler Bindung an das körpereigene Hämoglobin möglich ist. Das deutlich erhöhte Sauerstoffangebot für das Wundgewebe kann sich auf die Heilung positiv auswirken.

In der QS-Vereinbarung regeln KBV und GKV-Spitzenverband die Voraussetzungen für die Ausführung und Abrechnung der entsprechenden Leistungen: Das sind die Gebührenordnungspositionen 30216 (Untersuchung auf Eignung und Feststellung der Druckkammertauglichkeit) und 30218 (Hyperbare Sauerstofftherapie bei diabetischem Fußsyndrom). Für beide Leistungen ist eine Genehmigung der zuständigen KV erforderlich.

Hinterlassen Sie einen Kommentar