Praxisalltag

Augenexperten plädieren für barrierefreie Apps

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Die Auswertung digital erfasster Krankheitsverläufe kann dazu beitragen, Risikofaktoren zu identifizieren und damit Prävention und Früherkennung zu optimieren.

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Die Digitalisierung eröffnet neue Chancen, um Augenkrankheiten, wie z.B. die altersabhängige Makula-Degeneration und Grünen Star, effektiver zu bekämpfen. So kann die Auswertung digital erfasster Krankheitsverläufe dazu beitragen, Risikofaktoren zu identifizieren und damit Prävention und Früherkennung zu optimieren. Das unterstreichen die DOG Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft sowie der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) in einer gemeinsamen Mitteilung vor dem 116. Kongress der DOG in Bonn (27. bis 30. September 2018). Sie fordern die so genannte Barrierefreiheit für entsprechende Anwendungen in Form von Apps.

Der Patient wird dabei eine aktive Rolle spielen, indem er etwa Apps für Untersuchungszwecke oder zur Behandlungskontrolle nutzt. Damit jedoch auch sehbehinderte Menschen davon profitieren, seien für diese Augenpatienten u. a. die richtige Schriftart, eine verstellbare Schriftgröße und ein ausreichender Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund notwendig, so die Experten. „Der Patient wird bei den Anwendungen nicht auf eine Rolle als passiver Datenlieferant reduziert, sondern aktiv daran teilnehmen und von der Digitalisierung profitieren, „und zwar nicht nur durch Fortschritte in der Therapie, sondern ganz direkt“, sagt die Professorin Dr. Nicole Eter, DOG-Präsidentin und Direktorin der Universitäts-Augenklinik Münster.

Die ersten Diagnose-Apps für den Heimgebrauch sind nach Angaben der DOG-Präsidentin bereits in der Erprobung, so in Form einer Sehtest-App oder einer Augeninnendruck-Selbstmessung bei Grünem Star. Die Augenheilkunde könne bei der Einbeziehung von Patienten in die Digitalisierung eine Vorreiterrolle übernehmen und für andere Fachrichtungen zum Vorbild werden.

Digitale Anwendungen können dafür sorgen, dass Patienten die Therapie besser verstehen oder an ihre Medikamenteneinnahme erinnert werden und damit zum Behandlungserfolg beitragen. „Sie können in manchen Fällen auch die Anreise zum Augenspezialisten ersparen“, führt die DOG-Präsidentin weiter aus. Denn: „Viele Augenpatienten sind aufgrund ihres Sehverlusts nur eingeschränkt mobil. Wenn ihnen durch digitale Anwendungen der oft lange Weg in die spezialisierten Zentren ab und zu erspart werden kann, hilft das“, sagt auch DBSV-Präsident Klaus Hahn. Außerdem solle die gewonnene Zeit genutzt werden, um im Arzt-Patienten-Kontakt die individuelle Beratung, auszubauen. Auch Hahn fordert, dass Apps und Desktop-Anwendungen von Anfang an barrierefrei entwickelt und gestaltet werden. Neben einer entsprechenden Programmierung gehörten dazu gestalterische Parameter wie Schriftart, Farbe und Kontrast. Wichtig sei vor allem Flexibilität: Dem Nutzer müsse es möglich sein, die Darstellung digitaler Informationen seinen individuellen Bedürfnissen anzupassen.

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