äg Nord fordert Nachbesserung des EpiLage Gesetzes

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 „Dieser Schutzschirm ist ein Gerippe, das wir nun selbst bespannen sollen“, kommentiert Dr. Svante Gehring, 1. Sprecher der Ärztegenossenschaft Nord (äg Nord), das EpiLage -Fortgeltungsgesetz in einer Presseinformation vom 05. März 2021. Die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten werden wieder im Regen stehen gelassen und dürfen die Morbiditätslast erneut in der Pandemie tragen, während die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) für nicht geleistete Behandlungen Millionen von Versichertengeldern einsparen, so Gehring.

Ist dieser Paradigmenwechsel in der gemeinsamen Selbstverwaltung dem Gesetzgeber überhaupt bewusst, fragt sich die äg Nord? Sie hatte wiederholt die Ungleichbehandlung zum Kliniksektor und ausbleibende Bonuszahlungen für MFA kritisiert und fordert nachdrücklich eine Nachbesserung des Gesetzes. Viele Praxen hätten vor der Pandemie extrabudgetäre Leistungen für ihre Patienten angeboten, wie zur verbesserten Versorgung besonders bei Prävention, beim ambulanten Operieren und auch wegen der Maßnahmen für den Terminservice.

Während der Pandemie behandeln die Praxen als Erstversorger weit über 90 Prozent der COVID-Patienten und schützen so die Kliniken vor Überlastung, betont die äg Nord. Viele Patienten hingegen seien aus Angst vor Ansteckung nicht zu Vorsorgeuntersuchungen erschienen. Die sich daraus ableitenden Honorarverluste der Praxen sollen nun die KVen bei der Honorarverteilung aus eigenen Reserven aufbringen. „Auch bei dem Impfdebakel hofft nun die Politik auf die niedergelassene Ärzteschaft und wir werden es auch diesmal wieder richten“, verspricht Dr. Axel Schroeder, Urologe und Vorstandsmitglied:„Aber statt uns zu stärken, werden wir auch noch geschwächt!“ Er glaube, wenn die Politik hier nicht bald ein Zeichen der Wertschätzung und der finanziellen Anerkennung sende, werde die Frustration der Kolleginnen und Kollegen zunehmen.

Die äg Nord befürchtet, dass es zum Abbau oder zum Verlust der Leistungsbereiche außerhalb der Budgets kommen kann; dann würden weitere Praxen keinen Nachfolger finden und schließen. „Dieses EpiLage-Fortgeltungsgesetz ist alles andere als eine vertrauensbildende Maßnahme“, so Svante Gehring. Der Gesetzgeber verspiele derzeit leichtfertig das Vertrauen der Vertragsärzte und Psychotherapeuten für ein weiteres Engagement in der Pandemie, in der Impfkrise und darüber hinaus. Die äg Nord wundere sich nicht, wenn die fortwährende Kritik an der Coronastrategie von Bund und Ländern nun auch den niedergelassenen Bereich erreichen könnte und so die Akzeptanz in das Pandemie-Management gänzlich verloren ginge.

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