Medikation

Vorratsverordnung: Längere Auslandsreise lässt Leistungsanspruch ruhen

Alles, was über den Quartalsbedarf hinausgeht, könnte dann von der Krankenkasse aufgrund der gesetzlichen Regelung hinterfragt werden.

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Wenn Patienten einen mehrmonatigen Aufenthalt im Ausland planen und für diese Zeit Medikamente benötigen, sollte der verordnende Arzt vorsichtig sein. Nach § 16 Abs. 1 Nr. 1 SGB V ruht der Anspruch auf Leistungen aus der GKV, solange sich Versicherte sich im Ausland aufhalten. „Alles, was über den Quartalsbedarf hinausgeht, könnte dann von der Krankenkasse aufgrund der gesetzlichen Regelung hinterfragt werden“, sagte auf PERSPECTIV-Anfrage die Sprecherin der KBV, Tanja Hinzmann.

Nicht geregelt sei jedoch, wie lange der Auslandsaufenthalt sein muss, damit diese Regelung greift, so die Auskunft der KBV-Sprecherin. Da Vertragsärzte häufig einmal pro Quartal aufgesucht werden und dann dabei der Quartalsbedarf verordnet wird, sei „eine entsprechende Verordnungsmenge in der Regel in Ordnung“. Meist wüssten Arzt und Krankenkasse dann nicht, dass der Versicherte in der Zwischenzeit in den Urlaub geht bzw. war.

Die KV Rheinland-Pfalz machte kürzlich z. B. darauf aufmerksam, dass ärztliche Verordnungen über den üblichen Quartalsbedarf hinaus – beispielsweise für ein halbes Jahr oder länger – auch mit dem Rezept-Zusatz „Urlaubsbedarf“ nicht zulässig seien und zu Regressforderungen der Krankenkassen führen. Sollte der Versicherte jedoch unbedingt auf eine solche Vorratsverordnung bestehen und der Arzt dieser aus medizinischen Gründen nicht widerspricht, so rät die KV zur Ausstellung eines Privatrezepts.

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