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Valsartan: Bei hoher Tagesdosis ist Candesartan eine Alternative

Bei äquivalenten Dosen zu Valsartan 320 mg sprengen alle Sartane bis auf Candesartan die maximal zulässigen Tageshöchstdosen.

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Aktueller Stand zum Vorfall um den verunreinigten Blutdrucksenker Valsartan: Jüngst ist ein weiterer möglicherweise krebserregender Stoff in diesem generischen Medikament nachgewiesen worden. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) teilten Mitte September mit, dass es um das Nitrosamin N-Nitrosodiethylamin (NDEA) geht, das wohl schon vor der Umstellung des Syntheseprozesses beim chinesischen Hersteller Zhejiang Huahai 2012 in den Tabletten enthalten war. Die EMA nimmt daher auch diesen Stoff in ihr Risikobewertungsverfahren auf.

Inzwischen beschäftigen sich Forscher auf der ganzen Welt mit den Valsartan-Verunreinigungen. Anfang Juli hatten Aufsichtsbehörden in ganz Europa einen Vertriebsstopp und vorsorglichen Rückruf von Valsartan angeordnet. Nach einer Schätzung der Bundesregierung könnten im vergangenen Jahr etwa 900.000 Patienten das verunreinigte Mittel eingenommen haben.

Was bietet sich als Alternative anstelle von Valsartan an? Das können Azilsartan, Candesartan, Eprosartan, Irbesartan, Losartan, Olmesartan und Telmisartan sein. Dabei gibt es Unterschiede zwischen den einzelnen Wirkstoffen. So darf nicht jedes Sartan zur Therapie der Herzinsuffizienz eingesetzt werden und nicht jedes hat eine Zulassung für die Behandlung der Hypertonie bei Kindern. Die Arzneimittelkommission der deutschen Apotheker (AMK) hat alle Sartane verglichen und die Unterschiede zusammengefasst (Zugang nur für medizinische Fachkreise: https://www.gelbe-liste.de/nachrichten/vergleichstabelle-sartane).

Ein Sprecher von Q-Pharm betont, dass die Entscheidung, auf welches Sartan ein Patient potenziell umgestellt werden soll, allein der Arzt trifft. Bei äquivalenten Dosen zu Valsartan 320 mg sprengen Azilsartan, Eprosartan, Irbesartan, Losartan, Olmesartan und auch Telmisartan allerdings die maximal zulässigen Tageshöchstdosen. Allein Candesartan hat auch eine Zulassung für die äquivalent erforderlichen 32 mg, die unter anderem von Q-Pharm angeboten werden. Zur langfristigen Einstellung ist im Sinne der Arzneimitteltherapiesicherheit das Setzen des [nec] „Aut-idem“-Kreuzes ratsam.

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