Medikation

Fälschungsschutz greift auch bei Ärztemustern

Ärztemuster, die Ärztinnen und Ärzte an Patienten weiterreichen dürfen, sind bereits aus dem System ausgebucht.

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Nach und nach kommen die ersten mit den neuen Sicherheitsmerkmalen versehenen Arzneimittelpackungen in die Apotheken. Seit dem 9. Februar sind Apotheken verpflichtet, diese Sicherheitsmerkmale zu prüfen und die Packungen auszubuchen, ehe sie diese an ihre Kunden abgeben (vgl. PERSPECTIV Februar 2019 – Fälschungssicherheit für Arzneimittel: Noch greift eine Übergangsregelung).

Gelegentlich erhalten Ärztinnen und Ärzte von den Herstellern sogenannte Ärztemuster, die gegebenenfalls an Patienten abgegeben werden dürfen. Doch wie wird mit diesen Arzneimitteln nach den neuen europäischen Vorgaben zum Fälschungsschutz verfahren? Der abgebende Arzt bzw. die Ärztin muss jedenfalls nichts unternehmen: Ärztemuster, die Ärztinnen und Ärzte an Patienten weiterreichen dürfen, sind nämlich bereits aus den Systemen ausgebucht.

Laut Fälschungsrichtlinie Artikel 41 muss „der Inhaber der Genehmigung für das Inverkehrbringen“, also der Hersteller, die Ärztemuster im Datenspeicher- und -abrufsystem entsprechend markieren. Das Pharmaunternehmen stellt zudem sicher, „dass das individuelle Erkennungsmerkmal deaktiviert wird, bevor das Arzneimittel an Personen abgegeben wird, die es verschreiben dürfen“. Würde also versucht, es wieder in die legale Lieferkette einzuschleusen, so wird das bei einer Verifizierung auffallen.

Entsprechend wird auch verfahren, wenn der pharmazeutische Großhandel als legales Glied der Lieferkette der sogenannten serialisierungspflichtigen Arzneimittel an ein weiteres legales Glied liefert, das nicht an das Schutzsystem Securpharm angeschlossen ist. Gibt ein Großhändler also Arzneimittel mit Sicherheitsmerkmalen z. B. an Zahnärzte, Tierärzte oder die Bundeswehr ab, so muss er diese Merkmale prüfen und deaktivieren.

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