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Innovationsfonds – Neue digitale Projekte sollen AMTS optimieren

Nach erfolgreicher Evaluierung bestehen gute Voraussetzungen, um die erprobten Konzepte in die Regelversorgung zu überführen.

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Der Innovationsausschuss beim G-BA hat weiteren digitalen Projekten für eine verbesserte AMTS und der sektorenübergreifenden Behandlung den Weg geöffnet. Werden die mit Mitteln aus dem Innovationsfonds unterstützten Projekte erfolgreich evaluiert, bestehen die besten Voraussetzungen, die erprobten Konzepte in die Regelversorgung zu überführen.

  • Beim Projekt AdAM (Anwendung digital-gestütztes Arzneimitteltherapie- und Versorgungs-Management) werden Hausärzte bei erwachsenen Patienten, die auf mindestens fünf Arzneimittel angewiesen sind, unterstützt. Mit Hilfe einer auf AMTS-Prozesse spezialisierten Software bekommen die Ärztinnen und Ärzte behandlungsrelevante Krankenkassen-Abrechnungsdaten wie Diagnosen und Verordnungen, potenzielle Risiken und medizinisch-pharmazeutische Fachinformationen patientenbezogen zur Verfügung gestellt.
  • Im Projekt KiDSafe (Verbesserung der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Arzneimitteln durch Erhöhung der Arzneimitteltherapiesicherheit) wird ein digitales Kinderarzneimittel-Informationssystem zusammen mit pädiatrisch-pharmakologischen Qualitätszirkeln in ausgewählten Kinderkliniken und den zuweisenden Kinderarztpraxen eingeführt. Über die systematische Erfassung von unerwünschten Arzneimittelwirkungen und Medikationsfehlern sollen mögliche Sicherheitsrisiken der Arzneimittel bekannt werden.
  • Im Rahmen von KOMPAS (Entwicklung und Erprobung eines komplexen interprofessionellen Trainingsprogramms zur Verbesserung der Patientensicherheit) soll eine berufsübergreifende Fortbildung für akutmedizinische Versorgungsteams entwickelt und getestet werden. Kombiniert wird ein eLearning-Werkzeug aus der Erwachsenenbildung mit verhaltensnahem Teamtraining. Ziel ist es, Basiskompetenzen in den Bereichen Teamarbeit, Fehlermanagement und Patientenbeteiligung zu verbessern.
  • Ziel des Projekts Telnet@NRW (Telemedizinisches, intersektorales Netzwerk als neue digitale Struktur zur messbaren Verbesserung der wohnortnahen Gesundheitsversorgung) ist der Aufbau eines telemedizinischen Netzwerks, das in den überlebenswichtigen Bereichen Infektiologie und Intensivmedizin Haus-, Krankenhaus- und Fachärzte miteinander verbindet. Zwei unabhängige wissenschaftliche Institute untersuchen, ob durch die telemedizinische Vernetzung eine flächendeckende und messbare, leitliniengerechte Verbesserung der Behandlungsqualität erreicht werden kann. Die Expertisen von Infektionsspezialisten und Intensivmedizinern großer Universitätskliniken soll ortsunabhängig rund um die Uhr in jedem Krankenhaus wohnortnah zur Verfügung gestellt werden.

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