Gesundheitspolitik

Auf dem Weg zum E-Rezept geht‘s nun voran

Das E-Rezept ist eine Pflichtanwendung der elektronischen Gesundheitskarte.

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Beim geplanten flächendeckenden elektronischen Rezept geht es voran: Der Deutsche Apothekerverband (DAV), die KBV und der GKV-Spitzenverband übernehmen gemeinsam die Aufgabe, das E-Rezept für gesetzlich krankenversicherte Patienten zu planen und umzusetzen. Das hat Anfang Mai die Gesellschafterversammlung der gematik (Gesellschaft für Telematik im Gesundheitswesen) auf Basis des Regierungsentwurfs für ein Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) gefasst. Das E-Rezept ist eine Pflichtanwendung der elektronischen Gesundheitskarte. Der DAV wird nun nach eigenen Angaben alle weiteren gematik-Gesellschafter, wie Krankenhäuser und Zahnärzte, in die Kommentierungs- und Beschlussprozesse einbinden.

Für das E-Rezept steht ein wichtiges Datum fest: Laut GSAV hat die gematik bis zum 30. Juni 2020 „die Maßnahmen durchzuführen, die erforderlich sind, damit ärztliche Verordnungen für apothekenpflichtige Arzneimittel in elektronischer Form übermittelt werden können“. Bis Mitte des kommenden Jahres also sollen Apotheker, Kassen und Ärzte nötige Verträge und Regelungen ändern, damit es digitale Verordnungen geben kann. Erst danach kann das E-Rezept flächendeckend Schritt für Schritt realisiert werden.

Im Markt der Bestell-Apps für Patienten gibt es mit dem DAV inzwischen den dritten großen Anbieter. Nach dem Noweda/Burda-Pakt und der Initiative Pro AvO hat auch der DAV eine eigene Applikation für Patienten ins Leben gerufen, die Ende dieses Jahres online gehen soll. Damit können Patienten die für sie kostenfreie DAV-App (Internetseite www.dav-app.de) künftig auch dafür nutzen, um ihr E-Rezept bei der Apotheke ihrer Wahl einzureichen. Für diese App der Apotheken sind auch Anwendungen geplant wie Einnahme-Erinnerungen oder Hinweise zum Ablaufdatum des jeweiligen Arzneimittels. Der DAV sieht damit eine verbesserte Therapietreue und AMTS.

So soll das neue E-Rezept demnächst funktioniert:

  • Der Arzt verordnet das Arzneimittel und stellt es via Telematikinfrastruktur (TI), die derzeit noch aufgebaut wird, auf einen zentralen Server. Gleichzeitig kann der Patient das E-Rezept natürlich auch selbst verlangen. In diesem Fall stellt der Mediziner das E-Rezept dem Patienten digital auf dessen Smartphone oder Tablet zur Verfügung. Im ersten Fall, bei dem das E-Rezept aus der TI heruntergeladen werden muss, soll der Patient sich eine Apotheke aussuchen und das Herunterladen der Verordnung durch die Eingabe seiner eGK ermöglichen. Im zweiten Fall „bringt“ der Patient das E-Rezept direkt selbst in die Apotheke seiner Wahl, indem er es an diese im geschützten Online-Bereich überträgt.
  • Den Patienten soll ermöglicht werden, dass er sich vor der elektronischen Rezept-Einlösung in der Apotheke genauer über die jeweilige Verordnung informieren kann. Auch werden Patienten in der Lage sein, das E-Rezept vor der Einreichung zu löschen, denn schließlich ist es Patienten sanktionslos freigestellt, Papierrezepte auch einfach zu zerreißen.

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