Ärztenetze

Q-Pharm AG sucht neuen ärztlichen Vorstand

Es sollten Kolleginnen und Kollegen aus der Praxis sein, denn das Herausragende an Q-Pharm ist, dass immer aus der Praxis für die Praxis gearbeitet wird.

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Christoph Meyer

Allgemeinmediziner Christoph Meyer, seit Gründung der Q-Pharm AG verantwortlicher Vorstand, wird im Frühjahr 2020 nach dann zwei Jahrzehnten seines Engagements dieses Aufgabenfeld verlassen. Nun hat die Suche nach Nachfolgern für den Vorstand des ärztlich geprägten Arzneimittelunternehmens begonnen. Christoph Meyer äußert sich im Interview mit PERSPECTIV über seine Vorstellungen und Wünsche zu der Frage, was künftige Kandidatinnen und Kandidaten für die Position mit- und einbringen sollten.

PERSPECTIV: Herr Meyer,  mit viel Herzblut haben Sie sich in den vergangenen 19 Jahren für die unterschiedlichen Aspekte der Q-Pharm im Sinne einer sicheren Patientenversorgung eingesetzt. Wie fällt Ihre persönliche Bilanz dieses Engagements aus?

Christoph Meyer: Ich ziehe dieses Fazit mit wenigen Sätzen. Mit Dankbarkeit und gewissem Stolz kann ich auf eine spannende Entwicklung dieses Projekts der Ärztegenossenschaft Nord blicken. Ich durfte für und mit Q-Pharm sozusagen eine missionarische Aufgabe erfüllen. Viele gute und interessante Momente hat es in all den Jahren gegeben, aber auch manche Herausforderung. Vor allem habe ich tiefe Erkenntnisse gewinnen dürfen, nicht nur was das ärztlich-kollegiale Miteinander betrifft, sondern vor allem hinein in pharmazeutische Prozesse und in gesundheitspolitische Hintergründe. Ich bin davon überzeugt, dass das, was Q-Pharm unternimmt, eine weit höhere Dimension als den Vertrieb von generischen Arzneimitteln hat. So liefern wir nicht nur Medikamente, sondern wir verfolgen auch das Ziel eines Versorgungsideals, und das stets im Sinne der Arzt-Patienten-Beziehung und des ärztlichen Berufes.

PERSPECTIV: Für ihre potentiellen Nachfolger dürfte es also eine hohe Herausforderung sein, in Ihre Fußstapfen zu treten, um diese Ideale und Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Wer sollte und könnte diese Tätigkeit am besten übernehmen?

Christoph Meyer: Inzwischen bin ich über 60 und fast ein Drittel meines Lebens eng mit Q-Pharm verbunden. Grundsätzlich sehe ich es gerade für die heranwachsende neue Arztgeneration als richtig und wichtig an, dass bald ein neuer Kopf oder gar mehrere Köpfe bei Q-Pharm die Verantwortung übernehmen. Ein Team von Ärztinnen und Ärzten hätte gewisse Vorteile, wie die zeitliche Vereinbarkeit und die Einbringung unterschiedlicher Stärken. Die Kandidatinnen und Kandidaten sollten sich vor allem für neue, zukunftssichernde Ideen begeistern können und einen Gestaltungswillen für deren Umsetzung mitbringen. „Netzwerker“ hätten es leichter, das ärztliche Miteinander, dass Q-Pharm von Beginn an so besonders macht, neu zu stimulieren und auszubauen. Ein Team kann vieles bewegen – davon bin ich überzeugt.

PERSPECTIV: Die Begrenzung von Zeit und Aufwand ist heute wichtig und bedeutend. Unter dieser Prämisse finden sich leichter Kolleginnen und Kollegen aus Ihren Reihen, die sich für diese insgesamt reizvolle Aufgabe zur Verfügung stellen. Das ist der äußere Rahmen. Was aber ist inhaltlich erforderlich, was setzen Sie voraus?

Christoph Meyer: Q-Pharm ist die ärztliche Instanz für Arzneimitteltherapiesicherheit und will es verstärkt bleiben. Wir gehen dabei immer auch neue Wege, indem wir den Vertrieb von Arzneimitteln und deren Sinnhaftigkeit, mit den praktischen Erfahrungen der Kolleginnen und Kollegen abgleichen und damit sinnvolle praxisnahe Konzepte für den Umgang mit den Arzneimitteln schaffen. Diese Aspekte gewinnen wir zum Beispiel durch Therapiekonferenzen, in denen wir Kolleginnen und Kollegen zu einem Erfahrungsaustausch zusammenbringen. Auch deshalb sucht Q-Pharm und die Ärztegenossenschaft Nord als „Mutter“ Menschen aus der ärztlichen Praxis für den Vorstand. Das sollten Kolleginnen und Kollegen sein, die zudem ein Gespür für Pharmakologie und hohes Interesse an pharmazeutischen Produkten haben. Sie sollten sich auch mit wirtschaftlichen Vorgängen auskennen und auch ein gewisses Sendungsbewusstsein mitbringen, damit Fachkreise und Patienten optimal informiert und eingebunden werden.

PERSPECTIV: Vielleicht sagen Sie bitte noch ein Wort mehr zu den Anforderungen.

Christoph Meyer: Gerne. Der Vorstand sollte nach außen und innen stets signalisieren und dafür sorgen, dass Q-Pharm aus ärztlicher Verantwortung heraus wirkt. Das bedeutet zum Beispiel zu prüfen und darüber zu beraten, ob die geplanten Neueinführungen mit ärztlichem Denken und den üblichen Therapieformen vereinbar sind. Der Vorstand sollte dem Vertrieb fundierte Hinweise darauf geben, wie Ärzte denken und welche Faktoren bei unseren Angeboten zu berücksichtigen sind. Wie lassen sich zum Beispiel Verordnungsbereiche neu betrachten. Welche Konzepte sind nötig, damit der Umgang mit Arzneimitteln im Sinne einer umfassenden Arzneimitteltherapiesicherheit gestärkt wird. Hierzu ist es wichtig, dass man den Dialog mit Kolleginnen und Kollegen sucht.

PERSPECTIV: Die Q-Pharm ist in ihrer Wirkung und Präsenz nicht auf Schleswig-Holstein beschränkt, sondern die Marke ist bundesweit unterwegs und ihre generischen Medikamente sind überall erhältlich. Was bedeutet das für Ihre Nachfolge?

Christoph Meyer: Genau so ist es. Deshalb sind die Vorstandspositionen grundsätzlich offen für Ärztinnen und Ärzte außerhalb von Schleswig-Holstein. Die moderne Technik macht bekanntlich vieles in der internen Kommunikation möglich, setzt also nicht voraus, dass man jederzeit in Bad Segeberg (Hauptverwaltung) oder Flensburg (Vertrieb und Lager) körperlich vor Ort sein muss. Auch der Aufsichtsrat der Q-Pharm würde das sehr begrüßen. Wir brauchen möglichst junge Menschen mit breitem Fachverstand, die nach meinem Ausscheiden die Zukunft von Q-Pharm gestalten. Ich bekräftige, dass das Unternehmen weiterhin unter ärztlicher Leitung bleibt, was wesentlich für die Erhaltung und Gestaltung von Q-Pharm ist. Es sollten Kolleginnen und Kollegen aus der Praxis sein, denn das Herausragende an Q-Pharm ist, dass immer aus der Praxis für die Praxis gearbeitet wird. So soll es bleiben.

PERSPECTIV: Wie sieht es mit der Nachfolgeregelung zeitlich aus?

Christoph Meyer: In rund einem Jahr sollte die Vorstandsnachfolge etabliert sein. Ich würde mich freuen, wenn sich die Nachfolge zügig regeln lässt, damit eine umfassende Einarbeitung gewährleistet bleibt. Es muss eine vernünftige Übergangsphase geben. Wer Interesse hat, sollte sich am besten persönlich an mich (christoph.meyer@q-pharm.de) wenden.

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