Ärztenetze

Projekt ARena wirkt – weniger Antibiotika verordnet

Ziel von ARena ist, die Wirksamkeit von Antibiotika langfristig zu erhalten und Resistenzen zu unterbinden.

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Antibiotika lassen sich reduzieren und gezielter verordnen, wenn sich Ärzte untereinander informativ über ihre Netzwerke entsprechend austauschen. Das zeigt eine erste Bilanz des Projektes ARena (Antibiotika-Resistenzentwicklung nachhaltig abwenden). Das von 14 Arztnetzen im Jahr 2016 aufgelegte Projekt wurde im Rahmen der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie (DART 2020) konzipiert und aus dem Innovationsfonds gefördert.

Vor Projektstart hatten 58 Prozent der Patienten in den teilnehmenden 14 Arztnetzen in Bayern und NRW bei einem banalen Infekt ein Antibiotikum erhalten, doch 2018 nur noch 50 Prozent. Die Zahlen stellten die ARena-Akteure Anfang November in München anlässlich der Weltantibiotikawoche vor. An ARena wirken das aQua-Institut, die Agentur deutscher Arztnetze, der AOK-Bundesverband, die AOKen Bayern und Rheinland-Hamburg sowie die KV Bayern mit. Insgesamt nehmen zwölf bayerische Arztnetze und zwei Praxisnetze in Nordrhein-Westfalen mit zusammen rund 30 000 Versicherten teil.

Ziel von ARena ist, die Wirksamkeit von Antibiotika langfristig zu erhalten und Resistenzen zu unterbinden. Dafür werden verschiedene Maßnahmen in der Routineversorgung erprobt, die zu einem rationalen Einsatz von Antibiotika führen. Die Ärzte der bisher beteiligten 14 Arztnetze haben sich verpflichtet, noch genauer zu prüfen, ob bei den jeweiligen Patienten eine Antibiotikagabe wirklich nötig ist. Um das dafür nötige Wissen zu verbessern, bilden sich die Ärztinnen und Ärzte kontinuierlich fort. Zudem treffen sie sich regelmäßig mit Kollegen in Qualitätszirkeln, informieren sich und diskutieren, in welchen Fällen Antibiotika sinnvoll sind und wann darauf verzichtet werden kann. Auch die MFA der beteiligten Praxen werden im Rahmen des Projekts kontinuierlich fortgebildet. Zudem wird über Öffentlichkeitsarbeit und Information der Patienten versucht, das Thema einem breiteren Kreis näherzubringen. Zudem findet ein fachlicher Austausch mit anderen Leistungserbringern des Gesundheitssystems statt.

https://www.arena-info.de/projekt-info/

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