Ärztenetze

Neuanfang: Dachverband Praxisnetze SH versteht sich nun als Arbeitsplattform

Im Dachverband als Arbeitsplattform gehe es darum, gute Ideen für die Versorgung zu entwickeln und sie gemeinsam umzusetzen.

Eigenes Archiv

Dr. Thomas Schang

Einen Neuanfang realisiert zurzeit der Dachverband der Praxisnetze Schleswig-Holstein (DPN-SH). „Wir verstehen uns weniger als Lobbyisten, sondern jetzt in erster Linie als Arbeitsgemeinschaft“, sagte Dr. Thomas Schang (Eutin), der seit November 2018 neuer Vorsitzender des DPN-SH ist. Dem Vorstand der GbR gehören zudem Burkhard Sawade (Meldorf) und Dr. Helmut Scholz (Rensburg) an. Weiterhin setzt der Verband auf eine weitere enge Zusammenarbeit mit der Ärztegenossenschaft Nord und der KVSH.

Im Dachverband als Arbeitsplattform gehe es darum, „gute Ideen für die Versorgung zu entwickeln und sie gemeinsam umzusetzen“, sagte Dr. Schang im Gespräch mit PERSPECTIV. Er betonte ausdrücklich die Gemeinsamkeit und den Kooperationsgedanken. Dieses Credo sei zwar vorher bereits vorhanden gewesen, „aber es wurde nicht wirklich gelebt“. Das müsse sich grundlegend ändern und nun erst einmal wachsen, zumal es wie bisher sicherlich schwierig sei, „viele unter einen Hut zu bringen“. „Die Barrieren im Kopf“ sollten fallen und von Konkurrenzdenken Abstand genommen werden, um dadurch offener zu kooperieren und Versorgung besser koordinieren zu können. Dies entspricht dem eigentlichen Gründungsgedanken der Netze.

Optimale Versorgungsprojekte und Behandlungsmöglichkeiten sollten künftig in einer breiteren Zusammenarbeit und nicht wie bisher im kleinen Rahmen geschaffen werden. Der Weg habe sich als falsch erwiesen, Projekte auf Netzebene aufwändig gemeinsam mit einer Krankenkasse zu verhandeln, was dann oft kurz vor Einführung gescheitert sei. Das habe bei einigen der rund 20 Dachverbands-Ärztenetzen und deren Mitgliedern zu großem Verdruss geführt und das Interesse an der Netz- und Verbandsarbeit stark sinken lassen, meinte der neue Vorsitzende. Eine breitere Aufstellung bei der Projektentwicklung erhöhe nun aber die Chance einer Förderung und der Realisierung bis zum Idealfall, indem ein Projekt schließlich dauerhaft in die Regelversorgung einfließen könnte. Ziel bei der Projektarbeit sollte die sektorübergreifende integrierte Versorgung aus einem Guss sein.

Der erste Ansatz auf dem neuen Weg des Dachverbandes ist die Bündelung eines gemeinsamen Vorhabens, das von vier Mitgliedsnetzen des Dachverbandes vorangetrieben wird. Entscheidend beim Projekt „digitaler Behandlungspfad“, für den kürzlich der Antrag auf Förderung durch die KV eingereicht wurde, sei, dass es von mehreren Netzen gleichzeitig und identisch genutzt werden könne, einschließlich der elektronischen Kontrolle. Beteiligt sind das Ärztenetz Eutin-Malente, das Lübecker Ärztenetz, das Praxisnetz Plön und das Medizinische Qualitätsnetz Westküste. So sei das angemeldete Verfahren als „BIaupause“ für weitere Netze zu verstehen. In diesem Zusammenhang lobte Thomas Schang die neue Möglichkeit der kassenübergreifenden Projektförderung  durch die KVSH und die Kassen nach § 87b (4) SGB V als fortschrittlich und richtungsweisend.

Thomas Schang, der seit 2003 Vorsitzender des Ärztenetzes Eutin-Malente und seit 2013 in der medizinischen Leitung des Telearztzentrums/ife Gesundheits-AG (Nehmten/Kreis Plön) arbeitet, kündigte an, dass der DPN-SH von 2019 an viermal jährlich tagen wird. Zudem werde die Kooperation und Kommunikation auf elektronischem Weg verstärkt. Außerdem werde die gerade fertig gestellte neue Homepage voraussichtlich im bevorstehenden Januar scharf geschaltet.

Hinterlassen Sie einen Kommentar