Ärztenetze

MVZ-Zulassung für Eifler ÄG nun doch genehmigt

Mit dem genossenschaftlichen MVZ-Modell wird eine neue, zukunftsweisende und vielversprechende Organisationsstruktur geschaffen.

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Zum 01. November 2018 hat die Ärztegenossenschaft MEDICUS im Eifelkreis Bitburg-Prüm als deutschlandweit zweite Ärztegenossenschaft die Genehmigung als MVZ-Träger durch den Trierer Zulassungsausschuss der KV Rheinland-Pfalz erhalten (vgl. Hintergrund: PERSPECTIV Juni 2018 – „MEDICUS Eifler Ärzte eG erhält keine Zulassung für MVZ-Trägerschaft“). Der Landrat des Eifelkreises, Joachim Streit, lobte das Bestreben der Ärztegenossenschaft, nun das MVZ zu gründen, als sinnvolle Initiative, um die wohnortnahe medizinische Grundversorgung der Bevölkerung sicherzustellen. Das verdiene die volle Unterstützung von Politik und Verwaltung der Region. „Bei all diesen Bemühungen ist ganz entscheidend, dass es uns gelingt, mehr Ärztinnen und Ärzte für den ländlichen Raum zu gewinnen“, so Streit.

Der Eifelkreis Bitburg-Prüm hat als eine von bundesweit 18 Modellregionen erfolgreich an dem Modellvorhaben des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zur langfristigen Sicherung von Versorgung und Mobilität teilgenommen. Im Rahmen des Teilprojekts zur Gesundheitsversorgung wurden Sondierungsgespräche mit allen relevanten Akteuren des regionalen Gesundheitswesens geführt. Dabei gab es insbesondere mit den praktizierenden Allgemeinmedizinern Einzel- und Werkstattgespräche mit dem Ziel, eine zukunftssichere Versorgungsstruktur zu erarbeiten. Im Ergebnis konnten niedergelassene Ärztinnen und Ärzte gewonnen werden, sich zusätzlich zu ihrer freiberuflichen Tätigkeit als Gesellschafter einer Genossenschaft zu engagieren.

Mit dem innovativen Modell der daraufhin gegründeten Genossenschaft medicus Eifler Ärzte e.G. wurden die Voraussetzungen geschaffen, eine aussichtsreiche Organisationsstruktur für die ärztliche Versorgung mit hausärztlichen Leistungen im Eifelkreis praktisch umzusetzen. Aufgabe der Genossenschaft ist die Übernahme frei werdender Arztpraxen über die Gründung und den Betrieb von MVZ. Dabei kann die Genossenschaft interessierten Ärztinnen und Ärzten den Einstieg in eine niedergelassene Tätigkeit in flexiblem Voll- und Teilzeitumfang ermöglichen sowie auch qualifiziertes, nicht ärztliches Personal anstellen und dieses den Mitgliedern bedarfsgerecht zur Verfügung stellen.

Mit dem genossenschaftlichen MVZ-Modell wird eine neue, zukunftsweisende und vielversprechende Organisationsstruktur geschaffen, um Ärztinnen und Ärzten attraktive Beschäftigungsmodelle auf dem Land anbieten zu können. Dabei werden die Grundzüge der Freiberuflichkeit gewahrt und mit den Vorteilen einer Anstellung verbunden. Zudem bietet das MVZ den Praxisinhabern, die altersbedingt eine Entlastung oder eine Nachfolge suchen, die Übernahme von administrativen Aufgaben und/oder flexible Arbeitszeitmodelle an, um sie möglichst lange für die Mitarbeit in der Patientenbetreuung zu gewinnen. So kann die Verantwortung für die ambulante, ärztliche Versorgung in der Hand der aktiv in der Patientenversorgung tätigen Ärztinnen und Ärzte bleiben.

(vgl. zu diesem Thema auch unseren Artikel „MVZ-Gründung von Praxisnetzen gehört ins TSVG!“)

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