Ärztenetze

MVZ-Gründung von Praxisnetzen gehört ins TSVG!

Niedergelassene Ärzte müssen ihre Praxen und Praxisnetze wie Unternehmen führen, um in einem liberalisierten Gesundheitsmarkt wettbewerbsfähig zu sein.

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Dr. Svante Gehring

Die Ärztegenossenschaft Nord eG (ÄG Nord) widerspricht der Auffassung der KBV, den Praxisnetzen die im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) zugesicherte Möglichkeit zur MVZ-Gründung zu verwehren. Dr. Svante Gehring, Erster Sprecher der ÄG Nord, betrachtet die KBV-Begründung, Praxisnetze vor unternehmerischen Interessen schützen zu wollen, als fadenscheinig.

„Niedergelassene Ärzte müssen ihre Praxen und Praxisnetze wie Unternehmen führen, um in einem liberalisierten Gesundheitsmarkt wettbewerbsfähig zu sein“, unterstrich Dr. Gehring in seiner Mitteilung von Anfang Dezember. Er machte kein Hehl daraus, dass er sich früher selbst gegen diese Liberalisierung gestemmt hatte. „Mit den Jahren musste ich einsehen, dass die Politik die Zeit nicht zurückdrehen und Shareholder-Value-Interessen aus dem deutschen Gesundheitswesen verbannen wird.“

Seit Jahren setzt sich die ÄG Nord als Gemeinschaft von angestellten und niedergelassenen Ärzten für „gleich lange Spieße“ im Gesundheitswesen ein, um eine freiberuflich geprägte, wohnortnahe Versorgung zu erhalten. Sie fordert deshalb, dass dem laufenden Ausverkauf von Praxen und MVZ an Klinikketten und Kapitalinteressen Einhalt geboten werden müsse und, wie im TSVG vorgesehen und vom Bundesrat konkretisiert, nun endlich auch Gemeinschaften von niedergelassenen Ärzten in die Lage versetzt werden sollten, MVZ zu gründen. Dass gerade die eigene Körperschaft dies zu verhindern versuche, stoße bei vielen Praxisnetzen auch bundesweit auf großes Unverständnis, so Vorstandssprecher Gehring.

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