Ärztenetze

Ärztenetze können jetzt MVZ gründen

Die entsprechende Regelung ist in § 95, Abs. 1a TSVG verankert worden.

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Das neue Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung (TSVG) macht es möglich: Arzt- und Praxisnetze dürfen jetzt unter bestimmten Voraussetzungen eigene Medizinische Versorgungszentren (MVZ) gründen. Die entsprechende Regelung ist in § 95, Abs. 1a TSVG verankert worden. Der Vorsitzende der Agentur deutscher Arztnetze und des Dachverbandes der Praxisnetze in Schleswig-Holstein, Dr. Thomas Schang, wies besonders darauf hin, dass der Gesetzgeber keine Beschränkung auf unterversorgte Gebiete vorgenommen hat. Die Netze als MVZ-Betreiber müssen jedoch von der jeweiligen KV anerkannt sein.

Thomas Schang zeigte sich erfreut darüber, dass mit der Verabschiedung des TSVG durch den Bundestag und die Möglichkeit der MVZ für Ärztenetze „nun auch die zweite politische Forderung der Agentur Deutscher Arztnetze Einzug in die ambulante ärztliche Versorgung gefunden hat“. 2015 sei bereits im Rahmen des GKV-Versorgungsgesetzes die Akkreditierungsmöglichkeit nach §87b SGB-V geschaffen worden. Diese ermögliche heute vielen Praxisnetzen in Deutschland eine Weiterentwicklung.

Von anerkannten Praxisnetzen getragene MVZ bieten die Chance auf Sicherstellung der ambulanten ärztlichen Versorgung in der Hand regional verankerter Ärztinnen und Ärzte in freiberuflicher Tätigkeit unabhängig von Kapitalinvestoren. Die Praxisabgaben können innerhalb der Kollegenschaft erfolgen. Neuen Ärzten wird durch das Engagement in einem MVZ der Einstieg in die Praxistätigkeit durch ein Angestelltenverhältnis mit der Option späterer Selbstständigkeit erleichtert. Darüber hinaus bedeuten Praxisnetz-MVZ eine Chance für die weitere Professionalisierung von Netzen. Thomas Schang: „Die Grundidee von Netzen, eine besser koordinierte und kooperative ärztliche Versorgung, lässt sich in einem Praxisnetz-MVZ erheblich effizienter umsetzen.“

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