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ÄG Nord – Partner und Heimat für alle Ärzte!

Die älteste und mitgliederstärkste ÄG in Deutschland steht wirtschaftlich und personell auf stabilem Fundament, so das Fazit der diesjährigen Generalversammlung.

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Die in nunmehr 18 Jahren seit Gründung gereifte Ärztegenossenschaft Nord eG (ÄGN) blickt auf ein erfolgreiches Engagement für das ärztliche Wirken zurück. Die mit rund 1.800 niedergelassenen und angestellten Ärzten älteste und mitgliederstärkste ÄG in Deutschland steht wirtschaftlich und personell auf stabilem Fundament, so das Fazit der diesjährigen Generalversammlung. Die Genossenschaft ist Partner und Heimat für alle Ärzte, machten Vorstand und Aufsichtsrat deutlich. Weiterhin kann die Nord-ÄG, abgesehen von der Genossenschaftseinlage, völlig beitragsfrei für ihre Mitglieder agieren. Sie wurde im Jahr 2000 als ÄG Schleswig-Holstein gegründet.

Dr. Klaus Bittmann und Dr. Svante Gehring

Das Treffen am 6. Juni in Bad Segeberg war auch von der Übergabe der Funktion des Vorstandsprechers von Dr. Klaus Bittmann auf Vorstandsmitglied Dr. Svante Gehring geprägt. Bittmann hat die Interessen des Arztberufes in der Gesellschaft von Beginn an vehement vertreten und verteidigt. Rückblickend habe er dabei, wie Klaus Bittmann etwas augenzwinkernd sagte, die Erfahrung gemacht, dass das Genossenschaftsprinzip („Alle für einen, einer für alle, teilen mit anderen“) vielleicht ungewohnt für Ärzte sei. Diese Rechtsform und Kernphilosophie aber „hat sich als absolut richtig erwiesen“. Zudem sorge die übergeordnete Vorstandsfunktion stets dafür, auch in politischen Gestaltungsfragen der Ärzteschaft eine Stimme zu geben.

Die ÄGN fühle sich somit den Ärzten, den Patienten und der Gesellschaft insgesamt verpflichtet, betonte Klaus Bittmann. Mit diesem Schwerpunkt ihrer Tätigkeit entwickle sich die Ärztegenossenschaft ausgesprochen zukunftsorientiert fort. „Wir sind glaubwürdig und sehen das große Interesse und unsere Aufgabe darin, die Ärzte zu unterstützen.“ Bei den aktuellen Einflüssen und gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen bestehe jedoch die Gefahr, dass die Ärzte die Liebe zu ihrem Beruf verlieren könnten. Deshalb, so Klaus Bittmann sei „unser Kümmern um den Beruf Arzt heute wichtiger denn je.“ Es gehe darum, die Freiberuflichkeit als hohen Wert zu verteidigen.

Als Beispiel für die sich ändernden Rahmenvorgaben nannte Bittmann die außerordentlich komplexe Digitalisierung. Nach seiner Auffassung gaukeln hierbei die Politik und die öffentliche Diskussion vor, dass Computer medizinische Dinge vielleicht besser beurteilen können als die Ärzteschaft. Dem müsse mit einem Nein widersprochen werden. Nach wie vor werde die Ärzteschaft in Sachen Digitalisierung von Gesundheitspolitik und Technikanbietern „am Nasenring geführt“, dem man sich kaum entziehen könne. Der ärztliche Auftrag stehe aber stets im Vordergrund. Deshalb trete die Ärztegenossenschaft mit Nachdruck dafür ein, „dass wir weiterhin mit Empathie und Menschenliebe Arzt sein können.“ Wir dürfen uns „nicht schämen, zur ärztlichen Kunst zu stehen“. Entscheidend bleibe dabei das Wohl des Patienten.

Vorausblickend machte der neue Vorstandssprecher Svante Gehring deutlich, dass die ÄGN organisatorisch und programmatisch für ihre weitere Arbeit bestens aufgestellt ist. Die vier Hauptressorts (Vertragsmanagement, Regionale Versorgung, Netzmanagement und Dienstleistungen für Praxen) werden jeweils von einem ärztlichen Vorstand und einem hauptamtlichen Mitarbeiter verantwortet. Damit werde sich die ÄGN künftig als Gestalter bei notwendigen Veränderungen in der Gesundheitslandschaft bewähren und gleichzeitig die Werte der Ärzteschaft verteidigen. Aktuelle Themen würden praxisbezogen und wirklichkeitsnah umgesetzt. Die ÄGN sei dabei eine Instanz, die sich den Realitäten stelle, wie der erwähnten Digitalisierung und der Hilfestellung beim Aufbau kommunaler Eigeneinrichtungen. Deshalb habe sich die ÄGN z. B. in Sachen Datenschutz fit gemacht und biete aktuell ein stark nachgefragtes Datenschutzpaket für die niedergelassene Ärzteschaft an. Zudem möchte die ÄGN künftig „den Rahmen der rechtlichen Beratung für die Mitglieder stärker ausfüllen“. Einer entsprechenden Satzungsänderung wurde zugestimmt. Auch werde, so Svante Gehring, die ÄGN ihr Knowhow für die Schaffung von Angeboten der Fernbehandlungs-Möglichkeiten einsetzen, ohne dass dabei der persönliche Arztkontakt verlorengeht.

ÄGN-Geschäftsführer Thomas Rampoldt berichtete, dass die vier genannten Leistungsfelder auch wirtschaftlich 2017 zu gesunden Ergebnissen geführt haben. Die Organisation wachse mit den größer werdenden Aufgaben. Der Gesamtumsatz von gut 1,3 Millionen Euro (2016: 1,28 Millionen Euro) sei insbesondere durch die erfreuliche Entwicklung in den beiden Geschäftsfeldern Rahmen- und Selektivverträge sowie Dienstleistungen erzielt worden. Rund 2.700 Ärzte mit etwa 42.000 eingeschriebenen Patienten seien in die vertraglichen Versorgungskonzepte eingebunden. Darüber hinaus sei der Bereich der kommunalen Projekte zur Sicherung der hausärztlichen Versorgung besonders dynamisch angewachsen, so Thomas Rampoldt. In jetzt mehr als 20 Projekten entwickle die Genossenschaft in enger Abstimmung mit der Ärzteschaft jeweils vor Ort zukunftsfähige Konzepte. Ein weiterer markanter Schwerpunkt bleibe die Förderung von Netzinteressen.

Klaus Bittmann unterstrich das sehr enge Verhältnis mit den Praxisnetzen. Er verband dies mit einem Appell an die Krankenkassen, statt der Globalförderung über die KV direkte Kooperationen mit Ärztenetzen einzugehen. Aufgrund neuer Kriterien sollten jetzt mehr Praxis- und Arztnetze gefördert werden können, forderte auch Vorstandssprecher Gehring. ÄGN-Mitglied und „Netzwerker“ Dr. Johannes Kandzora lobte spontan das herausragende Engagement Klaus Bittmanns, das dieser mit besonders viel Herzblut ausübe. Dabei habe sich der Vorsitzende über alle Jahre insbesondere auch für die Netzlandschaft im Norden eingesetzt.

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